In
einem Vereinsheft (2003) von den Edeldruckern "GESELLSCHAFT FÜR
PHOTOGRAPHISCHE EDELDRUCKVERFAHREN E.V." um
Torsten Grüne wird davon geschrieben, daß es vor langer Zeit einen
Versuch gab, Kleinbildnegative mittels eines umgebauten Vergrößerers
direkt auf lichtempfindliches Material, wie es beim Edeldruck
verwendet wird, zu projizieren. Dazu wird statt weissem Licht UV-Licht
verwendet. Das UV-Licht projiziert das normale Kleinbild z.B. auf das
präparierte Papier und erzeugt so den gewünschten Edeldruck.
Schwierig dabei ist die Scharfstellung des Bildes
und die Tatsache, daß die Optik einen Teil des
UV-Lichtes nicht durchläßt. Man erhöht demzufolge die
Wattzahl der UV-Quelle oder die Belichtungszeit, ohne aber die Optik
zu beschädigen. Dazu heißt es im Heft:„Öfters wurde ich die Jahre über
von interessierten Edeldruckern angesprochen, ob man sich für
bestimmte Aufgaben das lästige Umkopieren nicht sparen könne, indem
man direkt mittels eines UV-Vergrößerers arbeiten würde. Ein solches
Gerät ist tatsächlich einmal gebaut worden. Dies Gerät war 1965/66 für
24x36mm mit einer 50 Watt Quecksilberhöchst- Drucklampe und 3 linsigem
Kondensor ausgelegt. Der Konstrukteur Johann Ferner hatte seine
Konstruktionsweise veröffentlicht, worauf der VEB Pentacon Dresden es
als Multifoc UV versuchsweise auf den Markt gebracht hatte. Aus der
heutigen Sicht von 2003 ist der Haken an der Sache die Beschaffung
geeigneter Optiken und Beleuchtungsanordnungen / Kondensoren wegen der
hohen UV-Durchlässigkeit für Wellenlängen ab 350nm."
Das
hat mich auf eine Idee gebracht und ich habe kurzerhand mit der noch
vorrätigen Cyanotypiechemie glattes Papier präpariert. Für die
Versuche ist sie geeignet, da der Prozess nach dem Auswaschen das
fertige Bild ergibt ohne Fixierer o.ä. Was nun das prizipiell Neue
ist, das Bild wird im Kontakt mit UV-Licht erzeugt. Ich "misbrauche"
dazu einen 3D Resindrucker. Bei meinem Resindrucker wird das 3D-Objekt
aus 0.05mm Schichten aufgebaut. Diese Schichten entstehen durch
Aushärtung flüssigen Resins (UV-Harz) nach einer kurzen Belichtung mit
UV-Licht. Dieses UV-Licht wird durch einen Bidschirm durch seine
Pixelmatrix erzeugt,der sich unterhalb der Resinwanne befindet. Durch
eine lichtdurchlässige Membran wird das Resin entsprechend der
aufleuchtenden Pixel des Bildschirms belichtet und ausgehärtet.
Die aufleuchtenden Pixel entsprechen den Stellen, wo das Objekt einen
entsprechenden Querschnitt hat. Denn die Software zu diesem Drucker
zerlegt das Druckobjekt inform z.B. einer STL-Datei in Schichten
(Scheiben) von 0.05mm, wodurch immer eine Querschnittsfläche entsteht.
(Slicen) Für jeden Schnitt wird sozusagen ein Querschnittsbild als
Druckdatei gespeichert. Der Drucker ruft nun nach und nach die
Querschnittsbilder auf, die entsprechenden Pixel senden UV-Licht aus,
das Harz erhärtet an diesen Stellen. Durch Anheben der Buildplatte um
die Schichtdicke entsteht so das Druckobjekt. Das ist zugleich
primitiv und umständlich erklärt. Aber manche werden schon ahnen, wo
der Hase hinläuft. Für den hier zu besprechenden Zweck kann aber der
obere Objektträger und die Resinwanne abgebaut werden. Es wird
lediglich das lichtempfindliche Papier auf den Druckerbildschirm
(Matrix) gelegt und der Kontakt so gut als möglich hergestellt.
(Auflage eines glatten Körpers auf die Papierrückseite zum Andrücken).
Als ich hier mit dem Schreiben aufgehört hatte, wollte ich wissen, was
die KI dazu sagt. Die Antwort war:
Verwendung
als präzise UV-Belichtungsquelle (fortgeschritten)
Dies ist ein experimenteller, aber sehr effektiver Ansatz,
bei dem der Drucker selbst das Negativ durch Licht steuert, ohne ein
physisches Negativ auf Folie zu benötigen.
*
Hardware-Anpassung: Der Harztank (Resin vat) wird entfernt
und durch eine flache Oberfläche ersetzt (oft eine Holzabdeckung), auf
der das mit Cyanotypie-Chemikalien beschichtete Papier fixiert wird.
Diese Abdeckung schützt auch vor austretendem UV-Licht.
*
Software-Anpassung: Spezielle Software (wie ein
Python-Skript, das über Tools wie UVtools läuft) wandelt das
gewünschte Graustufenbild in eine Reihe von Belichtungsmasken um, die
der LCD-Bildschirm des Druckers Schicht für Schicht anzeigt.
*
Belichtungsprozess: Anstatt Harz auszuhärten, belichtet das
UV-Licht des Druckers das lichtempfindliche Papier sehr präzise, wobei
die Intensität und Dauer der Belichtung durch die Software gesteuert
wird, um verschiedene Blautöne zu erzeugen.
*
Vorteil: Dies ermöglicht eine hohe Auflösung und
Reproduzierbarkeit, die mit herkömmlicher Sonnenbelichtung oder
einfachen UV-Lampen schwer zu erreichen ist.
Nebenher auf der gleichen Webseite war ein Link,der genau
das prinzipiell beschrieb, was ich als innovativ selbst erdacht hatte.
Ich hatte eben angenommen, daß auf diese Kombination von Cyanotypie
und Resindrucker noch keiner gekommen war. Und für den Hauptteil der
Internetsuchen zu diesem Thema fand ich ja auch keine Ergebnisse. Um
doch etwas innovativ zu sein, möchte ich mitteilen, daß das Verfahren
auch auf andere Edeldruckverfahren außer Cyanotypie angewendet werden
kann, wo mit UV belichtet wird.
https://hackaday.com/2025/02/22/cyanotype-prints-on-a-resin-3d-printer
https://kimherringe.com.au/printmaking/cyanotype-sun-prints/
(Cyanotypie allg.)
https://www.kew.org/read-and-watch/cyanotype-photography (mit
Pflanzen)
https://www.youtube.com/watch?v=GluNgAFQVkY&t=8
Cyanotypie und Elegoo Saturn Ultra ;2341 Something Different With A 3D
Printer - Cyanotypes And Tea (11 min)
Beispiel für eine Ausbelichtung: Ich werde für
folgendes Bild den gesamten Werdegang bis zur Cyanotypie beschreiben.
(König Ludwig II). Im Gegensatz zur Beschreibung in dem Youtubevideo
müssen ja verschiedene Blaustufen (den Graustufen des Bildes
entsprechend) belichtet werden. Das geschieht durch eine spezifische
Belichtung. Je dunkler das Blau werden muß, umso länger muß belichtet
werden, was durch Summierung vieler kleiner Belichtungszeiten erreicht
wird. 256 sich summierende Belichtungen (entsprechend der
Graustufenzahl des Bildes) sollen das dunkelste Blau geben. Es ist
aber zu beachten, daß es eine Mindestbelichtung geben muß, damit die
Reaktionsschwelle der Cyanotypiebeschichtung überschritten wird.
Deshalb sind, wie später beschrieben, Versuche mit Stufenvorlagen
notwendig.







