Die Verbesserung des Ostwaldschen Farbsystems
Erweitertes Ostwaldsystem
Ein Hauptkritikpunkt gegen das Ostwaldsystem
ist, daß durch die Lage des Vollfarbenpunktes im farbtongleichen
Dreieck auch Optimalfarben ausserhalb liegen, was zu negativen
Ostwaldkoordinaten führt
Summary: In the presented color system, the errors of Ostwald's double cone regarding the underlying color triangle of white, black, and pure color are corrected.
Der Ostwaldsche Farbkörper ist ein
Doppelkegel, die obere Spitze ist Weiss, die untere Spitze Schwarz, den
Umfang bilden die einzelnen Farbtöne des Farbkreises z.B. inform
von 24 Normfarbtönen, die sogn. Vollfarben sind. Wie aus dem
Dreiecksnetz bekannt ist, ist die Summe der Dreieckskoordinaten gleich
1. Somit gilt auch im Ostwalddreieck s+w+v=1 (Schwarzanteil +
Weissanteil + Vollfarbenanteil = 1) Auf diesem Tripel beruht die
Farbordnung des Ostwaldsystems. Die Größen dieser Koordinaten sind,
insbesondere s und w geometrisch gestuft und den Buchstaben a ... p
zugeordnet. (p ist ein durch Pigmente erreichbares Schwarz). Wenn man
den bekannten Nybergschen Farbkörper mit dem Ostwaldfarbkörper
vergleicht, stellt man fest, das ausserhalb der Verbindungsgeraden
zwischen Weiss-Vollfarbe und Schwarz-Vollfarbe noch Farben existieren,
die im Ostwaldfarbkörper negative Koordinaten haben, wollte man sie in
das Ostwaldsystem einbeziehen. Das Ostwaldsystem ist also bezüglich
aller möglicher Farben unvollständig. Hans Arens hat einen Vorschlag
gemacht, der diesen Mangel behebt, indem statt der Vollfarbe die
entspechende Spektralfarbe lamda bzw. -lambda herangezogen wird. Es
wird der dadurch veränderte Aufbau des farbtongleichen Dreiecks
dargestellt. Ausserdem werden die neuen erforderlichen Formeln für die
3 Bestimmstücke
angegeben. Die w,s,v-Anteile des Ostwaldsystems
sind nicht fehlerlos, da auch die Vollfarben als Reinfarben z.B.
Schwarzanteile besitzen können, insbesondere auf dem halben Farbkreis
der kühlen Farben (z.B. Ublau). Das ist bei Arens' System nicht so. Es
kommt natürlich zu einer anderen Farbfolge in den Ostwaldschen
Farbenreihen (Reingleichen, Hellklare,Dunkelklare,Schattenreihen usw.)
die errechneten neuen Farbwerte
lassen
aber eine eindeutige Bestimmung zu. Im Folgenden habe ich eine
PDF-Datei zur Verfügung gestellt, die das Arenssche erweiterte Ostwaldsystem erklärt.
Der vollständige Artikel von Arens zum berichtigten
Ostwaldsystem als PDF
Die folgende Tabelle zeigt die Berechnung der Vollfarben des Boumafarbkreises in die neuen Arensschen Ostwaldkoordinaten
Die Helligkeit der Vollstfarben wurde interpoliert aus den Angaben der Tabelle S.217
Dazu ist ein Interpolationsprogramm erstellt worden,daß für beliebige Spektralfarben diese Vollstfarbenhelligkeit ermittelt
Interpolations-Konsolen-programm als zip-Datei
das gleiche Programm aber für Linux
yspec ist die y-Koordinate der Spektralfarbe. Sie wird für die Berechnung der neuen Ostwaldkoordinaten (S.216) benötigt und ist auch interpoliert worden. Grundlage ist dabei eine x,y,z-Koordinatentabelle im 1nm Abstand. Auch hierfür gibt es ein Berechnungsprogramm.
Interpolations-Konsolenprogramm zur Berechnung der Spektralwertanteile
linuxprogramm
Hier nun noch eine Zeichnung für den Farbton 490nm mit errechneten Optimalfarbenpunkten des Luther-Nyberg-Farbkörpers

Mit der Verwendung der sogn. Vollstfarbe,die theoretisch keine Reste von Schwarz oder Weiss enthält, ist es möglich, die Koordinaten aller im Luther-Nybergschen Farbkörper befindlichen Pigmentfarben festzustellen. Die Struktur und Pigmentfolge wird bestimmt durch die Stufung der Grauachse (WS).Das Vollfarbendreieck als auch das Vollstfarbendreieck haben diese Achse gemeinsam. Wollte man echte Weissgleichen und Schwarzgleichen für das Vollstfarbendreieck bilden, so würden durch die Größen- und Winkelunterschiede viele Farbnormen außerhalb des Vollfarbendreiecks liegen. Durch die Verwendung der pa-Pigmente, als praktisch erreichbares Pigment wird die Zahl noch geringer.(siehe nächste Abbildung). Es hat also wenig Sinn, die Struktur des Vollfarbendreiecks mit pa bis pn auf das

Vollstfarbendreieck
zu übertragen. Im Folgenden kann eine Tabelle des
Ostwaldfarbkörpers als PDF angesehen werden, wo alle Farbzeichen in die
Vollstfarbenanteile
umgerechnet
wurden.
gibt den wahren Weißanteil der Farbe an.
ist ein dem wahren Schwarzanteil näher kommender Wert und
ist der Anteil der Vollstfarbe (Spektralfarbe).
Tabelle aller Pigmente des Ostwaldfarbkörpers (w,s,v) umgerechnet in das Vollstfarbensystem nach Arens 
Für diese Berechnung und Farbzeichenbenamung wurden aufgrund der geringeren Dichte auch die halben Stufen berücksichtigt. (a,b,c,d,e,f,g,h,i,k,l,m,n,o,p). Das Ostwalddreieck hat dabei die Form:

Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede in den Werten für einige Pigmente:


=0.207,
=0.441 ,
=0.352.
erfolgen.
(Vergleichstabelle). In der Abhandlung von Arens ist auch beschrieben,
wie ein Kreisel mit Vollstfarbensektor aussehen müßte. Für den
praktischen Fall eines Hobbyisten ist die Verwendung der
Kreiselscheiben aa,pp und pa ausreichend. Denn es ist mir aufgefallen,
daß die Einstellung einer gewissen Farbe mittels des Kreisels
verschiedentlich von den Ausfärbungen Ostwalds abweicht, obwohl ich die
Ostwaldschen Originalaufstriche verwendet habe. Als ich in der 80er
Jahren die Ostwaldgedenkstätte in Grossbothen besucht habe, hat mir die
Enkelin von Ostwald, Frau Gretel Brauer, von den noch vorhandenen
grossen Bögen mit Farbaufstrichen pa einen grossenTeil des Farbkreises
geschenkt. Zum Vergleich gibt es da
z.B. die Farbkörpermappe und die "Kleine Farbmesstafel A".

derVollfarben an.

Farbmessung mit Hilfe des Kreisels und Kreiselscheiben pa , aa, pp: (für ein Beispiel)
Nachdem mit den Kreiselscheiben die vorgelegte Farbe so wie gut als
möglich nachgemischt wurde, können die Kreiselsektoren in Grad bestimmt
werden.Dabei kann es schwierig sein, den richtigen Farbton zu finden,
insbesondere bei den dunklen Farben. Sagen wir, es wäre Farbton 5.
Farbscheibe:101 ° Weissscheibe aa: 129° Schwarzscheibe pp: 130°
Anteil: 0.28 0.36 0.36