3D Daten von flachen Modellen
Manchmal
will man flache Reliefs z.B. von flachen Metallgüssen, Keramikplatten,
Medaillien usw. scannen, um entsprechende STL-Daten davon zu erhalten.
Das Ergebnis ist aber oft sehr mässig, da die Auflösung des Scanners zu
gering ist. Sowohl die Tiefendarstellung als auch die sonstigen
Formfeinheiten bleiben auf der Strecke.Hier gibt es möglicherweise eine
andere Lösung. Sie eignet sich für kleinere Gegenstände. Ich habe sie
für Teile verwendet, die auf eine 9x12 Fotoglasscheibe von einer
früheren Negativplatte passen. Man misst die Dicke der zu scannenden
Platte und stellt einen Rahmen dafür her, der 1-2mm höher als dieses
Maß ist. Der Rahmen und das Teil werden wasserdicht auf das Glas
aufgeklebt. Vorher erhält der Rahmen an der äussersten Ecke ein Loch
für eine Injektionsspritze.Es ist von Vorteil,wenn das Glas und das
Teil einen Hauch Öl o.ä. erhält. Dann wird wieder eine 9x12 Glasscheibe
auf den Rahmen gekittet.So entsteht ein planparalleler Raum
zwischen den Glasplatten. Man stellt nun eine 8-10%ige
Gelatinelösung her. Sie sollte ohne Schaum
und etwa 40 - 50 °C warm sein. Darin wird
tropfenweise flüssige Zeichentusche eingerührt. Die
Tuschemenge muß so angepasst werden, das eine Schichtdicke entsprechend
des Glasplattenabstandes fast undurchsichtig ist aber in dünnen
Schichten gut durchsichtig. Diese Gelatine wird nun mit einer
Injektionsspritze durch das Loch des aufrecht stehenden Rahmens
gefüllt.Wenn die Füllung fehlerfrei ist, die Einfüllecke ist meist
nicht von Bedeutung, läßt man das Ganze erkalten. Die Gelatine geliert.
Wenn die Gelatine genügend fest ist, entfernt man die Glasplatte mit
dem Relief von dem Rahmen. Dabei sollte die Gelatine nicht beschädigt
werden, vor allem nicht, wo das Relief war. Wenn alles gut gegangen
ist, hat man eine Gelatineschicht, die das Relief in unterschiedlichen
Graustufen darstellt. Die weitere Vorgehensweise ist nun die, die
Gelatineschicht im durchleuchteten Zustand formatfüllend mit einer
Digitalkamera aufzunehmen. Das entstandene Bild wird bearbeitet
(Beschnitt,Kontrast usw.). Es gibt nun verschiedene Programme, die
Digitalbilder in STL-Dateien umrechnen. Die Graustufen der Bilder
werden in Tiefenmasse im STL-relief umgerechnet. Die Gelatineschicht
muß ohne Bläschen sein, denn diese werden beim Abfotografieren mit
vergrößert. Wichtig ist nur der Teil, wo das Relief war. Statt der
Gelatine kann auch transparent gefärbtes Epoxidharz verwendet werden,
das glasklar erhärtet. Ich hatte es mit einem roten Farbstoff für
Epoxidharz eingefärbt und für die Aufname ein blaues Filter verwendet.
Man kann die Aufnahme auch digital zum Graustufenmodus wandeln.Die hier
vorgeschlagene Methode, Reliefs durch Abfotografieren ihres
Abgusses in STL-Dateien zu wandeln, ist für dunkle und
ungleichfarbige Originale gedacht. Wenn man z.B. einen weißen Abguss
dieses Reliefs zum Abfotografieren zur Verfügung hat, kann auch die
Idee des Reichspatentes 86269 von Heinrich Schubert zur Anwendung
gelangen, die ich wie oben beschrieben umgemünzt habe.


Hierbei ist darauf zu achten, das Oberflächen von Flüssigkeiten einen
Meniskus besitzen, bei kleinen Oberflächen mehr oder
weniger gekrümmt, d.h. ungleich dick, sind. Wenn das eine
Rolle spielen sollte, kann auf andere Flüssigkeiten z.B. Spiritus
zurück gegriffen werden.